Recruiting-Video: Was es kostet und was es zeigen muss

Ein gutes Recruiting-Video zeigt in 30 Sekunden, wie es bei Ihnen wirklich ist. Dafür gibt es drei Wege: selbst mit dem Handy, mit einem kleinen Team oder mit einer Filmproduktion. Hier vergleichen wir Kosten und Nutzen und erklären, warum der teuerste Weg nicht immer der beste ist.

Von Salvatore Vene & Peyman HöllerAktualisiert: 02.11.20263 Min. Lesezeit
Studioaufbau mit Leuchten und Kamera für Foto- und Videoaufnahmen
Foto: Hubertl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Das Wichtigste in Kürze
  • Professionelle Produktionen liegen meist im vier- bis fünfstelligen Bereich.
  • Für Social Media zählt Echtheit oft mehr als Hochglanz.
  • Ein Video ohne Budget für die Ausspielung sieht kaum jemand.

„Recruiting-Video“ kann vieles heißen: ein Imagefilm über den Betrieb, ein kurzer Clip für eine Stellenanzeige auf Instagram oder ein Mitarbeiter, der am Handy erzählt, warum er gern hier arbeitet. Für die Kosten macht das einen großen Unterschied.

Drei Wege im Vergleich

WegTypischer AufwandStärkeSchwäche
Selbst mit dem HandyEin paar Stunden, Stativ und Mikrofon für wenig GeldEcht, schnell, beliebig oft wiederholbarBraucht jemanden im Betrieb, der es macht
Kleines Team, ein DrehtagDrehtag plus Schnitt, mehrere Clips aus einem TagGute Qualität, mehrere Varianten zum TestenPlanung nötig, Ergebnis weniger spontan
FilmproduktionLaut Handwerksblatt meist vier- bis fünfstellig pro VideoHochwertig, auch für Messe und WebsiteTeuer, wirkt in sozialen Netzen oft wie Werbung

Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht als Durchschnitt, weil die Spanne riesig ist. Ein Drehtag bei einem Freelancer kostet etwas völlig anderes als eine Produktion mit Drehbuch, Sprecher und Drohnenaufnahmen. Lassen Sie sich immer aufschlüsseln, was im Preis enthalten ist: Drehtage, Schnitt, Anzahl der fertigen Clips, Hochformat für Social Media, Nutzungsrechte.

Warum Echtheit oft mehr bringt

Das bekannteste Beispiel aus dem Handwerk: Die Glaserei Sterz in Langen suchte lange vergeblich Azubis. Dann veröffentlichte der Chef ein ungeschnittenes Video von 80 Sekunden, in dem ihm eine große Glasscheibe zerbricht und er danach die Vorteile der Ausbildung aufzählt. Laut Handwerksblatt sahen es über eine Million Menschen, mehr als 35 Bewerbungen kamen herein. Ohne Drehbuch, ohne Produktion.

Das lässt sich nicht beliebig wiederholen, zeigt aber die Richtung: In Feeds von Instagram, Facebook und TikTok wirkt ein Video, das nach Werbung aussieht, wie Werbung und wird weggewischt. Ein Mitarbeiter, der von seinem Arbeitsalltag erzählt, wird eher angeschaut.

Was ein Recruiting-Video zeigen muss

  • Die ersten zwei Sekunden: Etwas, das zum Hinschauen bringt. Eine Frage, ein Geräusch, eine überraschende Szene.
  • Echte Menschen: Kollegen statt Schauspieler. Wer sich bewirbt, will wissen, mit wem er arbeitet.
  • Das Angebot: Gehalt oder Spanne, Arbeitszeiten, Fahrzeug, Werkzeug. Laut Stepstone bewerben sich 86 % eher, wenn das Gehalt genannt wird.
  • Den nächsten Schritt: „Bewirb dich in einer Minute, Link unten.“ Und dahinter eine Kurzbewerbung.
  • Hochformat und Untertitel: Viele schauen ohne Ton.

Die Kosten nach dem Dreh

Ein Video, das niemand sieht, bringt keine Bewerbung. Auf dem eigenen Profil erreichen Sie vor allem Menschen, die Ihnen schon folgen. Für neue Bewerber brauchen Sie meist bezahlte Reichweite über Anzeigen. Planen Sie dafür ein eigenes Budget ein und testen Sie zwei oder drei Varianten gegeneinander. Welche Kosten dabei typischerweise entstehen, steht unter Social Recruiting Kosten.

Unsere Empfehlung für kleine Betriebe

Fangen Sie mit dem Handy an. Drei kurze Clips: Ein Mitarbeiter erzählt, was er an seinem Job mag. Ein typischer Arbeitstag im Zeitraffer. Der Chef sagt in 20 Sekunden, was die Stelle bietet. Schalten Sie diese Clips mit kleinem Budget als Anzeige und schauen Sie, welcher am besten läuft. Erst wenn Sie wissen, was funktioniert, lohnt sich ein Drehtag mit Profis.

Häufige Fragen

Was kostet ein Recruiting-Video?

Selbst gedreht kostet es vor allem Zeit und etwas Zubehör. Ein Drehtag mit einem kleinen Team und eine professionelle Produktion kosten deutlich mehr. Agenturvideos liegen laut Handwerksblatt meist im vier- bis fünfstelligen Bereich.

Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?

Für Instagram, Facebook und TikTok meist 15 bis 45 Sekunden. Wichtig ist, dass die ersten zwei Sekunden zum Hinschauen bringen.

Reicht ein Handy für ein Recruiting-Video?

Für Social Media ja. Wichtig sind ruhiges Bild, verständlicher Ton und Untertitel. Ein Stativ und ein Ansteckmikrofon helfen viel.

Brauche ich die Zustimmung der Mitarbeiter im Video?

Ja. Holen Sie eine schriftliche Einwilligung ein, bevor Sie ein Video mit Mitarbeitern veröffentlichen.

Quellen

  1. Handwerksblatt: Fachkräfte visuell ansprechen und überzeugen (01.03.2025). www.handwerksblatt.de/themen-specials/digitales-handwerk/fachkraefte-visuell-ansprechen-und-ueberzeugen
  2. Stepstone: Stellenangebote mit Gehaltsangabe (13.01.2026). www.stepstone.de/e-recruiting/hr-wissen/gehalt/stellenangebote-mit-gehaltsangabe
  3. H&V Media: Referenzen, Reel-Statistik mit Screenshot (2026). hoeller-vene.info/referenzen
Über die Autoren

Salvatore Vene und Peyman Höller haben H&V Media in Bad Arolsen gegründet. Sie bauen Websites, richten Google-Profile ein und betreuen Social-Media- und Recruiting-Kampagnen für kleine und mittlere Betriebe. Jeder Artikel im Ratgeber wird von beiden gegengelesen. Mehr über uns

Video für Ihre Stellenanzeige?

Wir drehen mit Ihnen kurze Clips im Betrieb und schalten sie als Anzeige. Das Erstgespräch ist kostenlos.

Fragen zu diesem Thema?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir antworten persönlich und verständlich.

AnrufenJetzt anfragen →